ich habe mich gerade mal spontan entschlossen, meine Notizen zu den Sessions auf dem EduCamp Ilmenau nicht in mein kleines Schwarzes zu schreiben, sondern hier mitzuschreiben.
Bisher war der Tag nicht so ergiebig, da ich mir das sch**** Wetter ziemlich zugesetzt hat und ich mit Migräne fast das EduCamp für mich und heute abgebrochen hätte. Das nicth ganz so leckere Mittagessen hat aber den Tag gerettet.

Aber jetzt zur Session:
Vortragender ist Jens Schmeling
Slogan: “Es gibt keine Chance für den zweiten Eindruck”

Schmeling möchte Gefahren von E-Portfolios aufzeigen.

Dies versucht er am Beispiel: ein Personalchef bekommt eine Bewerbung und schaut im Internet ein wenig nach.
Zuerst Xing. Und da findet er die seriöse Seite unseres Bewerbers. Braver Bewerber.

Nächster Punkt StudiVZ (Soso, Herr Schmeling besitzt 3 StudiVZ Accounts und verwendet massenhaft Googlemailadressen…)
Der Bewerber hat in StudiVZ alles freigeschaltet und die typischen Pfuschereinträge gezeigt. Also wie unsere Studis halt heute oft in StudiVZ so hausen. Problem: Was davon ist ernst, was nicht? Beachten das Personaler? Und wenn das Gesamtbild schrott ist?

Man muss bei jedem Detail abwägen, was man genau veröffentlicht und was nicht.

Nächster Punkt: was veröffentlichen die “Freunde” auf StudiVZ. Wird das einem selbst angerechnet?
Was ist mit den Bildern der Freunde? Da ist unser Bewerber dann mit gefährlicher Wasserpfeife und gefakter Koksnase. Aber keiner weiß vom Fake.

Es kommt der Einwurf, dass Personaler ja auch erkennen können, dass nicht alles ernst und real ist. Aber der erste Eindruck kann trotzdem negativ ausfallen. Und da der Personaler ja für die Einstellung (teil-)verantwortlich ist, ist die Absage nicht weit entfernt.

Oje, und ein Zocker ist unser Bewerber auch noch.

Zusammengefasst ersteht dabei dann folgendes Bild: Säufer, Kiffer, Kokser, Faulpelz und die ganze Zeit am Zocken.
Wahrscheinlich ist das Bild komplett verzerrt, aber im Kopf des Personalers sitzt es fest.

Gegenmaßnahmen: Zugriffsschutz nutzen und sich genau überlegen, was man wo reinschreibt und wieviele intime Daten man veröffentlicht.

These: Wenn die Bilder von einem Herrn Josef Fischer aus den 70ern so veröffentlicht worden wären, wäre er kein Außenminister geworden.

Frage: gibt es Untersuchungen, dass deshalb das Nutzerverhalten beeinflusst wird?
Leider gibt’s nur ne schwammige Antwort, von wegen, dass es sich normalisieren wird.

Einwurf: Personaler haben garnicht die Zeit sich mit StudiVZ zu beschäftigen, sondern schauen nur nach fachlicher Qualifikation, zB. in Google Groups.
Aber: Studenten und Co. haben einfach gar kein Bewusstsein darüber, was sie im Netz hinterlassen.

Hmm, wenn man nichts über einen findet, ist man dann medieninkompetent?
Schmeling: “ich veröffentliche unter Pseudonym. Und in einer Bewerbung kann ich die dann reinschreiben.”

Resüme: “Think before you post!”

schön, dass wir drüber geredet haben. Diese Probleme gab’s früher im Usenet wohl nicht, was?

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Naja, das Notieren auf diese Weise muss ich noch üben, da bin ich nicht so begeistert.

Morgen gibts dann eine Session darüber, wie man ein E-Portfolio richtig führt und wie das überhaupt eingebaut ist.